Ratgeber Die Mutter kommt für einen Monat zu Besuch, der Bruder zur Hochzeit, der Vater einfach so. Und plötzlich stirbt der Mensch in Deutschland — ohne Krankenkasse, ohne Hausarzt, ohne Unterlagen hier. Die Familie steht unter Schock und weiß nicht, wo sie anfangen soll. Hier steht Schritt für Schritt, was in den ersten Stunden zu tun ist, welche Versicherung ein Besucher meistens hatte und was sie bezahlt. Die ersten Schritte: was heute zu tun ist Arzt. Wählen Sie 112. Der Arzt stellt den Tod fest und die Todesbescheinigung aus. Bei einem plötzlichen Tod vermerkt er die Todesart oft als ungeklärt; dann kommt die Polizei. Das ist ein übliches Verfahren und kein Verdacht gegen die Familie. Pass und Versicherung. Suchen Sie den Reisepass des Verstorbenen und die Versicherungsunterlagen. Versicherung — vor der Beauftragung. Rufen Sie die Notfallnummer auf der Police an und melden Sie den Todesfall. Viele Versicherer zahlen nur eine Überführung, die sie selbst abgestimmt oder organisiert haben. Bestattungsunternehmen. Uns können Sie parallel anrufen: Wir holen den Verstorbenen rund um die Uhr ab, bringen ihn in eine Kühlzelle und setzen uns selbst mit der Versicherung in Verbindung. Welche Versicherung ein Besucher hatte Für ein Schengen-Visum ist eine Reisekrankenversicherung für die gesamte Aufenthaltsdauer vorgeschrieben. Die Mindestdeckung beträgt 30.000 €, und die Police muss die Rückführung im Todesfall einschließen. Das regelt Artikel 15 des EU-Visakodex. Kam der Angehörige also mit Visum — etwa aus Russland, Kasachstan, Usbekistan, Armenien, Aserbaidschan oder der Türkei —, hatte er fast sicher eine solche Police. Visumfrei reisen unter anderem Staatsangehörige der Ukraine, Moldaus und Georgiens mit biometrischem Pass ein. Für sie ist die Versicherung nicht vorgeschrieben, sie fehlt deshalb häufiger. Wo die Police zu finden ist in den Kopien der Visumunterlagen — die Police lag dem Antrag bei; im E-Mail-Postfach und auf dem Handy des Verstorbenen; bei der einladenden Person: Oft hat der Gastgeber die Police gekauft; beim Reiseveranstalter oder Visazentrum, wenn die Reise darüber organisiert wurde. Was man über die 30.000 € wissen sollte Die Summe gilt für Behandlung und Rückführung zusammen. Lag der Verstorbene vorher im Krankenhaus oder auf der Intensivstation, ist ein Teil schon verbraucht. Rückführung oder Beisetzung vor Ort. Viele Policen zahlen eines von beiden. Stimmen Sie die Entscheidung mit der Versicherung ab, bevor Sie etwas beauftragen. Wer beauftragt wird. Fragen Sie die Versicherung direkt, ob Sie ein eigenes Bestattungsunternehmen wählen dürfen, und lassen Sie sich das schriftlich bestätigen. Schadennummer. Notieren Sie die Schadennummer und den Namen des Sachbearbeiters. Danach klären wir alles direkt mit der Versicherung. Wenn keine Versicherung besteht oder sie nicht reicht Dann trägt die Familie die Kosten. Richtwerte nach Zielregion finden Sie unter Kosten einer Überführung ins Ausland. Günstiger wird es mit einer Urne statt eines Sargs — etwa die Hälfte, aber zuerst eine Frage des Glaubens und der Familie — oder mit dem Landweg, wo die Strecke es erlaubt. Auf das Sozialamt kann man beim Tod eines Besuchers nur begrenzt setzen. Selbst wenn es sich beteiligt, übernimmt es nur Kosten in Höhe einer einfachen Bestattung in Deutschland und prüft die Einkommen der Bestattungspflichtigen. Luftfracht und Zinksarg gehören nicht dazu. Mehr dazu im Beitrag „Überführung ins Ausland und das Sozialamt“. Welche Unterlagen gebraucht werden Reisepass des Verstorbenen im Original; Versicherungspolice und Schadennummer, falls vorhanden; Todesbescheinigung des Arztes; Sterbeurkunde vom Standesamt am Sterbeort; Leichenpass für die Überführung ins Ausland; Freigabe der Staatsanwaltschaft, wenn der Tod nicht als natürlich bescheinigt ist; Unterlagen des Konsulats des Ziellandes. Den größten Teil davon besorgen wir. Mehr zu jedem Dokument im Beitrag „Welche Dokumente werden für eine internationale Überführung benötigt?“. Wie lange es dauert Ist der Tod natürlich und liegen Pass und Police vor, dauert die Abwicklung in Deutschland meist einige Werktage. Am längsten wartet man in der Regel nicht auf den Transport, sondern auf Papiere: die Entscheidung der Versicherung, die Freigabe der Staatsanwaltschaft bei ungeklärter Todesursache und die Unterlagen des Konsulats. Häufige Fragen Müssen Angehörige nach Deutschland reisen?Nein. Eine Vollmacht genügt. Den Kontakt zu Behörden, Konsulat und Versicherung übernehmen wir und informieren Sie über jeden wichtigen Schritt. Ich habe für das Visum eine Verpflichtungserklärung unterschrieben. Muss ich zahlen?Besteht eine gültige Reisekrankenversicherung, zahlt zunächst sie. Ob die Verpflichtungserklärung auch Kosten nach dem Tod umfasst, klären Sie am besten mit der Ausländerbehörde, die sie beglaubigt hat. Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Die Versicherung prüft noch. Was geschieht mit dem Verstorbenen?Der Verstorbene kann sofort in eine Kühlzelle gebracht werden; das greift der Entscheidung der Versicherung nicht vor. Die Aufbewahrung kostet extra, lassen Sie sich deshalb eine Frist für die Antwort schriftlich geben. Kann in Deutschland eingeäschert und die Urne überführt werden?Ja. Das ist deutlich günstiger und einfacher bei den Unterlagen. Klären Sie vorher, ob die Familie einverstanden ist und ob der Glaube eine Einäscherung zulässt. Rufen Sie an — das erste Gespräch ist kostenlos Sagen Sie uns, wo sich der Verstorbene befindet, woher er kam und ob eine Police besteht. Dann setzen wir uns mit der Versicherung in Verbindung und organisieren alles Weitere. Rund um die Uhr, auch nachts und am Wochenende, auf Deutsch, Russisch, Ukrainisch und Englisch. Telefon: +49 1511 7463888 · Rückrufservice Dieser Text gibt den Stand der veröffentlichten Regelungen wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Bedingungen der jeweiligen Police und die Vorgaben der Behörden. Rudolf Nordheimer Vollständige Bio ansehen
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